COVID-19 und PSD2: Wie Händler die Ungewissheit überwinden können

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Bestimmt kennen viele das Sprichwort, dass schwierige Zeiten nach außergewöhnlichen Maßnahmen verlangen.  Das Sprichwort des altgriechischen Arztes Hippokrates fordert den Einsatz extremer Methoden zur Bekämpfung akuter Krankheiten. Aber was sind genau die Maßnahmen im Umgang mit den Folgen einer globalen Pandemie?

Europäische Finanzaufsichtsbehörden stehen nun vor der Herausforderung die Auswirkungen, die COVID-19 auf Verbraucher, Händler und Banken hat einzudämmen. In diesem Zusammenhang werden sogar Stimmen laut, die nach extremen Maßnahmen verlangen und eine Verschiebung der PSD2 Vollstreckungsfrist fordern.

Dies ist durchaus ein schwieriger Balanceakt. Auf der einen Seite stehen Firmen unter Druck ihre Verpflichtungen im Rahmen von PSD2 zu erfüllen. Auf der anderen Seite ist das Hauptziel der Schutz der Verbraucher durch eine Verringerung von Betrug, was in Zeiten von sozialer und wirtschaftlicher Unsicherheit besonders relevant ist. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde hat jedoch klar gemacht, dass eine Erfüllung der Ziele im Zusammenhang der Richtlinie Priorität hat. 

Im Zeitalter von COVID-19 erfordern verstärkte Betrugs- und Cyberkriminalität eine erhöhte Wachsamkeit. Deswegen haben europäische Regulierungsbehörden betont, dass das Hauptaugenmerk auf dem Verbraucherschutz liegt, unautorisierte Transaktionen und Betrug miteingeschlossen. Die FCA, die britische Regulierungsbehörde für Finanzdienstleistungen hat am 31. März klare Richtlinien veröffentlicht aus denen hervorgeht, dass sie zu einer Überwachung von Betrugsraten sowie zu schnellem Handeln raten, sollten diese stark ansteigen oder neue Betrugsmuster erkennbar sein. Auf den Händlern und Banken lastet somit momentan ein großer Handlungsdruck, wodurch sich die Regulierungsbehörden verpflichtet haben eng mit den jeweiligen Branchen zusammenzuarbeiten, um feststellen zu können, welche Änderungen in Bezug auf die PSD2-Vollstreckungsfrist vorgenommen werden müssen. Unabhängig davon, ob die Vollstreckungsfrist verschoben wird oder nicht, ist es ratsam, ein negativ besetztes Umsetzungsszenario zu vermeiden. Aber was bedeutet das nun konkret für die Händler?

Betrugsraten im Griff haben

Der Ausbruch von COVID-19 bedeutet eine besondere Belastung für Betrugsüberprüfungssysteme der Händler und Kundendienste, welche bereits schon seit einigen Wochen aus dem Home Office agieren. Offizielle Rechtsagenturen berichten zudem, dass raffinieret Betrüger bereits versuchen aus dem gegenwärtigen Chaos Kapital zu schlagen.

Für Händler bedeutet das, dass sie sich auf Betrugsprävention konzentrieren und dabei der Beibehaltung hoher Zustimmungsraten Priorität zukommen lassen sollten. Im Zusammenhang mit PSD2 bedeutet das, dass Händler davon profitieren, wenn Herausgeber auf maximale Ausnahmeregelungen drängen, da diese eine schnelle und problemlose Zahlungsabwicklung ermöglicht. Um dies jedoch zu ermöglichen müssen Betrugsraten so gering wie möglich sein. Betrugsprävention stellt also immer wieder eine Herausforderung dar. Händler müssen nun dafür sorgen, dass sie entsprechend positioniert sind, um von SCA-Annahmen zu profitieren, sobald die Maßnahmen zu PSD2 vollstreckt werden. 

Aktive Zusammenarbeit mit Herausgebern & Testen von Ausnahmeregelungen

Vorausschauende Händler haben bereits Pläne für eine robuste und ganzheitliche Freistellungsstrategie. Dazu gehören: die Festlegung der verfügbaren Ausnahmeregelungen, welche die Händler anwenden wollen, und die Vereinbarung mit ihrem Zahlungsverkehrsdienstleister darüber, wer diese Ausnahmeregelungen initiiert; die Neugestaltung der betrieblichen Abläufe, um Transaktionen zu erfassen, die bei SCA gescheitert sind; und schließlich die Koordinierung der Tests für diese Ausnahmeregelungen. Händler, die in der Lage sind die Ausnahmeregelungen zu maximieren haben somit einen Wettbewerbsvorteil.

Integration von 3DS – Verwendung nur auf reaktiver Basis

Sollten Herausgeber eine Authentifizierung verlangen müssen Händler dafür sorgen, dass Bestellungen, aufgrund von drohender Kundenfriktion, nicht an SCA weitergeleitet werden, wenn dies nicht erforderlich ist. Zahlungsorientierungsraten der ausstellenden Banken zu beobachten kann hilfreich bei der Feststellung sein, wann ein Herausgeber SCA verwendet. Dadurch können Händler angemessen reagieren und 3DS nur bei Bedarf verwenden, um sicherzustellen, dass die Auswirkungen auf das Einkaufserlebnis und damit den Umsatz minimiert werden.

Ein pragmatischer Ansatz bestünde darin, Händlern die Möglichkeit zu geben, von Ausnahmeregelungen zu SCA zu profitieren und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Betrugsraten niedrig und das Vertrauen der Verbraucher gesichert ist. Außergewöhnliche Maßnahmen verlangen deshalb vielleicht nur pragmatische Ansätze. Mit Fragen wenden Sie sich bitte an riskified@sales.com.