Die Auswirkungen des Coronavirus auf den Online-Verkauf von Elektronik

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Da immer mehr Daten über die Auswirkungen von COVID-19 auf den elektronischen Handel zur Verfügung stehen, wird immer deutlicher, wie sich die verschiedenen Branchen entwickeln. Jeden Tag gehen Lebensmittelbestellungen von bestehende Kunden sowie Neukunden ein. Auf der anderen Seite sind die Bestellungen für Flüge, Hotelbuchungen, Veranstaltungstickets, etc. auf ein historisches Tief gefallen.

In anderen Branchen ist das Geschäft ebenfalls unbeständig, wobei es in einigen Regionen oder an manchen Tagen besser läuft, als an anderen. Wir haben deshalb diese Woche einen Blick auf unsere Daten im Zusammenhang mit Elektronikhändlern geworfen, die weltweit vertreten sind. Dabei haben wir unsere Zahlen auf 2 verschiedene Kategorien heruntergebrochen: Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik.

Haushaltsgeräte

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  • Die Zahl der Aufträge ging im Februar zurück, nahm dann jedoch wieder zu und stieg im März sogar deutlich an. Tatsächlich sind die Aufträge gegenüber Januar um 12% und wertmäßig um 20% angestiegen.
  • Die durchschnittlichen Auftragswerte sind im Laufe der Zeit von Januar bis März leicht gestiegen.
  • Die Zahl eindeutig betrügerischer Bestellungen ging mit der Entwicklung der Pandemie deutlich zurück.

 

Unterhaltungselektronik

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  • Die Zahl der Aufträge ging im Februar gegenüber den Zahlen von Januar leicht zurück, zog dann aber wieder an und stieg im März sogar deutlich an. Die Umsätze im Bereich der Unterhaltungselektronik stiegen gegenüber den Zahlen von Januar um 23% und wertmäßig um 9% an.
  • Die durchschnittlichen Auftragswerte gingen im Februar deutlich zurück und zogen im März wieder an. Der durchschnittliche Auftragswert von wiederkehrenden Kunden in der Unterhaltungselektronik ist seit Februar kontinuierlich gestiegen.
  • Die Zahl der eindeutig betrügerischen Bestellungen stieg mit der Entwicklung der Pandemie. Dies ist vor allem auf neue Käufer zurückzuführen. Tatsächlich war die Rate der Betrugsversuche bei Neukunden sowohl nach Anzahl als auch nach Wert um 40% höher. Dies bedeutet, dass Betrugsversuche für Produkte mit geringerem Wert unternommen wurden. Dies könnte darauf hindeuten, dass Betrüger gestohlene Kreditkartendetails getestet oder neue Benutzerkonten angelegt haben, um später von diesen Gebrauch zu machen.

 

Kundenverhalten

Während sich bei den Bestellquellen wenig geändert hat, zeichnen sich jedoch neue Liefermuster ab. Zum einen sehen wir einen 30%igen Anstieg des Premium- Versands. Das bedeutet, dass Händler, die zu regulären Zeiten den Premium-Versand als Risikoindikator betrachten – vor allem, wenn es sich um neue Kunden handelt – ihre Einstellung ändern müssen, um zu vermeiden, dass sie fälschlicherweise Kunden aus den falschen Gründen ablehnen.

Unsere Zahlen zeigen, dass der Premium-Versand während der Pandemie immer mehr zum Standard wird. Tatsächlich waren im März Bestellungen mit Premium-Versand sicherer als solche mit Standardlieferung. Momentan ist dies ein klarer COVID-19-bezogener Trend. Ob sich das Verhalten der Kunden nach der Pandemie wieder ändern wird ist noch nicht vorauszusagen.

Eine größere Anzahl von Kunden entscheidet sich neuerdings für Drop-Points. Am 20. März sahen wir die höchste Rate dieser Bestellungen, was sinnvoll ist, da die Option BOPIS/Click-and-Collect aufgrund der sozialen Distanzierung immer weniger relevant wird. Drop-Point-Bestellungen sind jedoch viel risikoreicher als andere Lieferoptionen, aber von Monat zu Monat sehen wir, dass sie legitimer und damit auch viel sicherer werden.

Für Elektronik- und andere Händler bedeutet das Folgendes: was in normalen Zeiten Standard ist, ist in Zeiten von Ungewissheit, sozialer Distanzierung und  veränderten Prioritäten nicht unbedingt anwendbar. Die Auswirkungen auf das Betrugsmanagement sind klar – und so weiterzumachen, als ob sich nichts geändert hätte, wird letztlich zu Fehlern und zu einer Zunahme falscher Rückgänge führen.