Fünf E-Commerce Shopping Trends in 2020

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Vor dem Hintergrund einer komplexen und schnelllebigen E-Commerce-Landschaft haben sich im Jahr 2019 eine Reihe von Betrugstrends im Online-Shopping entwickelt. Bei Riskified haben wir fünf Trends identifiziert, die Online-Händler im Jahr 2020 interessante Möglichkeiten bieten.

Viele Händler verstehen, dass sie um online mitzuhalten zu können, proaktive Systeme vor reaktiven Systemen bevorzugen müssen. Der Weg von Login zu Checkout wird immer komplexer und noch nie war das Angebot an entsprechenden Lösungen so vielseitig. 

In diesem Blogpost werde ich auf die fünf E-Commerce-Bereiche eingehen, die momentan am fortschrittlichsten sind und ein gemeinsames Ziel haben: Kundenzentrierung. 

Verwendung größerer Daten

Was spricht Kunden am meisten an? Wie interagieren sie am Besten mit einer Marke? Noch wichtiger ist jedoch zu wissen, wonach sie als nächstes verlangen werden. Durch das Trainieren von Modellen für maschinelles Lernen mit Hilfe historischer Kundendaten können Händler Entwicklungen des Kundenverhaltens vorhersagen. Dank prädiktiver Analyse können Erkenntnisse, die im späteren Verlauf der Handlung von Wichtigkeit sind in Echtzeit umgesetzt werden. Von einem personalisierten Einkaufserlebnis, bis hin zur Verfeinerung des Produktangebots kann die Strategie des Kundenerlebnis gefördert und den Anbietern ein Wettbewerbsvorteil verschafft werden. 

Amazon versteht es am besten die Daten seiner Kunden zu sammeln und zu analysieren sowie historische Daten wirksam einzusetzen um nachvollziehen zu können, wie Kunden ihr Geld ausgeben. Das hängt hauptsächlich mit prädiktiver Analyse zusammen, welche das Kundenverhalten analysiert und Empfehlungen ausspricht, welche auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Durch die Erhöhung von Kundenzufriedenheit und Loyalität machten Amazons Kaufempfehlungen 35% des Gesamtumsatzes im Jahr 2019 aus. Für das kommende Jahr wird erwartet, dass weitere Einzelhändler diesem Beispiel folgen werden. 

E-Commerce Interaktionen waren schon immer reaktiv, doch mit der Einführung des maschinellen Lernens werden viele Prozesse proaktiv werden. Beispielsweise wird maschinelles Lernen in der Lage sein, Kunden zu identifizieren, die wahrscheinlich einen Kauf tätigen, ihren Einkauf abbrechen oder sogar Artikel zurückgeben werden. Auf  Grundlage dieser Vorhersagen kann die Maschine die Erfahrungen der Kunden personalisieren.”

Raj Balasundaram, SVP Künstliche Intelligenz, Emarsys

M-Commerce durch Technik

Egal ob es sich um Einkäufe, Banken, oder einfach nur um das Überweisen von Geld handelt. Verbraucher nutzen ihre Handys mittlerweile für alles Mögliche. Handys sind im Zusammenhang eines Einkaufserlebnis, dass unterschiedliche Bezahloptionen ermöglicht, auch omnichannel genannt, das A und O. Dies gilt zudem für die Ermöglichung von standortbezogenem Marketing in Echtzeit bis hin zu erweiterten realitätsbezogenen Einkaufserlebnissen. Vor Allem die Einführung der 5G -Technologie, verbesserte Netzwerkkapazitäten und Geschwindigkeiten eröffnen Händlern neue noch nie dagewesene Möglichkeiten. Das kommende Jahr verspricht zudem sehr bedeutsam für E-Commerce zu werden und markiert einen Wendepunkt: 2019 wurde 45% des weltweiten E-Commerce-Umsatzes über Mobiltelefone erwirtschaftet. 2021 ist zu erwarten, dass der Verkauf über das Mobiltelefon fast 54% aller Online-Verkäufe weltweit ausmachen wird.

Schlauer Einzelhandel mit IoT

International Data Corporation (IDC) sagt voraus, dass die Einnahmen, welche von Applikationen des Internet of Things (IoT) generiert werden bis 2022 über 1 Billionen Dollar erreichen werden. Online-Händler werden von 2020 an im Mittelpunkt dieser Entwicklungen stehen. Die Möglichkeiten sind endlos: automatisiertes Bestandsmanagement durch RFID-Chips und intelligente Regale, vorausschauendes Bestellen, das durch die an den angeschlossenen Geräten gesammelten Daten ermöglicht wird, oder nutzungsabhängige Verbrauchermodelle, die auf Überwachung des Internets basieren. Indem Wertschöpfungsketten immer komplexer werden sind Händler in der Lage vielseitigen Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Benutzerorientierte Anwendungen, die auf IoT basieren, wie zum Beispiel Smartwatches, fortschrittliche Kopfhörer und Smart Glasses sind immer noch Nischenprodukte, der Markt wächst jedoch beständig. Die Hauptfaktoren, die momentan einer Entwicklung im Wege stehen sind eingeschränkte Funktionen, besonders im Vergleich zu Handys. Momentan werden diese hauptsächlich im Gesundheitssektor verwendet. Die Firma Apple hat zum Beispiel seine Smartwatch modifiziert und hat dieser eine Funktion zur Gesundheitsüberwachung hinzugefügt. Durch den Fortschritt dieser Technologie entstehen viele neue Möglichkeiten für vorausschauend denkende Unternehmen, was diesen einen Vorsprung vor ihrer Konkurrenz verschafft.

Smart Homes, intelligente Häuser, und ähnliche Produkte werden nicht nur auf das häusliche Leben ausgerichtet sein, sondern auch einen großen Einfluss auf das Geschäft haben. Und genau wie jedes Unternehmen, welches das Internet um die Jahrhundertwende nicht für das erkannt hat, was es heute ist, laufen diejenigen, die das Internet der Dinge ablehnen, Gefahr den Anschluss zu verpassen

Jared Newman, Technik-Journalist, PCWorld, TechHive und Fast Company

Überwindung von Grenzen

Ein problemloser Checkout-Prozess ist mittlerweile ein Muss. Tatsächlich könnte das Konzept Checkout bald ausgedient haben. Für die heutzutage anspruchsvollen Kunden bedeutet ein reibungsloser Checkout mehr Bestellungen. Und obwohl dieser vorherrschende Trend die Innovation in der Zahlungsverkehrsbranche vorantreibt haben einige vorausschauende Unternehmen diesen Trend bereits umgesetzt. Während Amazon Go (USA) und Bingobox (China) in kassenlose Geschäfte investieren, begründen jüngere Unternehmen, wie Uber und Deliveroo ihren Erfolg darin, dass sie den Bezahlvorgang nicht mehr in den Mittelpunkt stellen. Aufgrund der Allgegenwärtigkeit von AI in der heutigen Business-Welt werden intelligente Zahlungsmethoden in Zukunft zunehmen. Kontaktloses Zahlen und E-Wallets sind ganz oben auf der Liste. Momentan gibt es 1.3 Milliarden E-Wallet-Nutzer weltweit. Das ist aber noch nicht alles: Sprachgesteuerte Geräte helfen neuen Kunden kontextbezogene Handlungserfahrungen zu ermöglichen. Ab dem Jahr 2025 werden intelligente Geräte, wie zum Beispiel Autos, Häuser, etc. einen Großteil der Zahlungskanäle ausmachen.

Verbraucher wollen, dass der Zahlungsverkehr verschwindet. Uber, Amazon und unzählige Online-Abonnement-Firmen haben bereits gezeigt, dass ein Zahlungsprozess nahtlos und bequem sein kann. So bequem, dass die Zahlung unsichtbar wird. Das Interesse der Verbraucher an problemlosen Checkout-Prozessen ist spürbar, was die Aktualität, die Häufigkeit und den Geldwert für zahlungsbewusste Einzelhändler mit digitalem Zahlungsverhalten erhöht. Man bedenke, dass die Besuche in US-Restaurants, in denen die Zahlung per Handy-Applikation erfolgt, im letzten Jahr um mehr als 50% gestiegen sind. Ich gehe davon aus, dass diese Entwicklung in allen Einzelhandelskategorien schnell an Interesse gewinnen wird.”

Kevin Grieve, Managing Director – Payments Lead, Nordamerika, Accenture Payments

Der Erfolg von D2C-Marken

Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation haben viele Ladengeschäfte im Jahr 2019 ihr Geschäft eingestellt. In der Zwischenzeit ist jedoch die Anzahl der D2C-Akteure, die ausschließlich über das Internet arbeiten gestiegen, was den Druck auf den Einzelhandel noch erhöht. Das neue Konsumentenverhalten stellt Werte in den Mittelpunkt, wodurch sich nach einer Aussage der IAB zwei Drittel aller Kunden eine direkte Beziehung mit den auf dem Markt angebotenen Marken wünschen. Konsumer wünschen sich zudem Datenschutz, eine starke Eigenverantwortung für die Betriebskanäle sowie ein direktes, oft ethisch inspiriertes Angebot, welches D2C-Marken auf den Punkt erfüllen. Die Generation Y, welche bevorzugt über mehrere Kanäle gleichzeitig eingekauft hat tendiert nun eher zu einem digitalen Einkaufsbummel, einer Vorliebe, die sich mit der Verbreitung von D2C-Marken immer mehr durchsetzt. Im Jahr 2017 haben nur 30% der Generation Y angegeben lieber online einzukaufen. Im letzten Jahr stieg ihr Anteil auf 39%. Dank D2C-Business-Modellen machen diese nun den größten Anteil aller Online-Einkäufe aus.

Was steckt jedoch hinter dem Erfolg der D2C-Marken? Um den Erwartungen der Kunden einen Schritt voraus zu sein mussten die Erfüllungs- und Lieferketten-Modelle effizienter werden. D2C-Unternehmen haben von diesen Anstrengungen profitiert, da sie sich auf kostengünstige Lagerung und Verteilung, IoT-Technologien, Plug&Play-Zahlungen sowie E-Commerce-Plattformen verlassen konnten. Ebenfalls sind sie Experten darin, einen positiven ROI im Marketing zu erzielen, indem sie auf frei zugängliche soziale Medien und Blog-Benutzerkonten zurückgreifen.

Die Generation Alpha

Heute in fünf oder zehn Jahren, werden neue Kundenbedürfnisse die Abwicklung von Geschäften beeinflussen. Werden Händler in der Lage sein mit der Generation Alpha mitzuhalten? Obwohl die Generation Alpha (6-16 Jährigen) mittlerweile mit den neuen Technologien aufwachsen sind sie doch noch nicht so technikaffin, wie manch einer glauben mag: 75% kaufen lieber im Ladenlokal ein und nur 38% bevorzugen einen Online-Einkauf. Jüngere Kunden unterscheiden nicht genau zwischen Online- und Offline-Commerce. Für viele ist ein Einkaufserlebnis, dass sowohl online, als auch offline stattfindet ineinander verwoben und diese Wahrnehmung wird im Bereich des E- und M-Commerce zukünftig ein Schlüsselelement darstellen. 

Alpha-Konsumer wachsen mit Bildschirmen auf und sind insbesondere durch Videos und Soziale Medien sowie deren Influencer beeinflussbar. Sie haben zudem Routine in der Verwendung mit Sprachassistenten: 51% nutzen Alexa regelmäßig. Die Generation Alpha hat jedoch eine ganz andere Wahrnehmung, wenn es um ihre Werte geht: 55% geben an, dass sie lieber etwas digital kaufen oder herunterladen würden anstatt eine physische Ware zu erwerben. Zusätzlich ist es 66% der Alphas wichtig, dass die Marken die sie kaufen ethisch und umweltfreundlich sind. Händler sollten sich mit diesen Faktoren auseinandersetzen, da diese Erwartungen die Zukunft des E-Commerce mitgestalten werden. 

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