Bezahlen am PoS: veränderter Payment-Mix auch online

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Deutsche Verbraucher lieben Bargeld. Es ist also nicht erstaunlich, dass dieses vor einigen Monaten noch das beliebteste Zahlungsmittel im Ladenlokal war. Seit der COVID-19-Pandemie hat sich dies jedoch verändert, weswegen Verbraucher in den meisten Einzelhandelsgeschäften, aufgrund von Hygienevorschriften, dazu aufgefordert werden am Point of Sale (PoS) ihre Girokarte zum kontaktlosen Zahlen zu verwenden. Auch online greifen deutsche Verbraucher meistens noch auf alt bewährte Zahlungsmethoden zurück, wie dem Kauf auf Rechnung. Jedoch die Bereitschaft am PoS mit Girokarte zu bezahlen könnte die Neugierde für innovativere Zahlungsmittel auch online erhöhen. 

In diesem Blogpost möchte ich mich daher dem Thema widmen, ob eine erhöhte Bereitschaft im Ladenlokal mit Girokarte zu zahlen auch Einfluss auf die Verwendung von Kreditkarten bei Online-Bestellungen hat. 

Kartenzahlung ist auf dem Vormarsch

Bereits 2018 wurden in Deutschland durch Kartenzahlungen, welche Girokarten und Kreditkarten mit einschließen, 209,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dies bedeutet, dass in diesem Jahr bereits 12,4 Milliarden Euro mehr per Kartenzahlung umgesetzt wurde, als noch 2017. In Prozentzahlen entspricht das 48,6%, was fast die Hälfte aller Umsätze ausmacht. Der Umsatz durch Bargeld ging also bereits 2018 um 1,7% zurück und markierte einen neuen Trend. Erstaunlich für ein Land, dessen Verbraucher so sehr an altbewährten Zahlungsmethoden, wie dem Bargeld, hängt. Nichtsdestotrotz setzte sich dieser Trend 2019 fort, woraufhin bereits 52% der deutschen Verbraucher Ihre Einkäufe am PoS bevorzugt mit Girokarte oder Kreditkarte bezahlten.

In diesem Jahr stieg der Trend noch weiter an und mittlerweile zahlen bereits drei Viertel der deutschen Verbraucher, also 75% mit Girokarte oder Kreditkarte am PoS. Zu erklären ist der Anstieg an Kartenzahlungen am PoS durch die Veränderungen der letzten Monate. Einfluss auf eine erhöhte Verwendung der Girokarte und/oder Kreditkarte an der Kasse hatte ebenfalls die Ausgangssperre in den Monaten März, April, Mai und wird von vom nächsten Lockdown light positiv beeinflusst werden. Drei von zehn Verbrauchern bestellten während dieser ersten kritischen Monate der Corona-Krise Lebensmittel online. Der Trend zur Karte wäre also ohnehin unaufhaltsam gewesen, wurde jedoch durch die Umstände der COVID-19-Pandemie noch beschleunigt. 

Mehr Akzeptanz für Kartenzahlungen online

Wie bereits vermutet, könnte die Bereitschaft der deutschen Verbraucher im Ladenlokal mit Karte zu zahlen auch eine höhere Akzeptanz für Kartenzahlungen allgemein, allem voran jedoch für Kartenzahlungen bei Bestellungen online bedeuten. Beim Bezahlvorgang im Ladenlokal dürften sich die Verbraucher bereits von der Einfachheit und Bequemlichkeit der Kartenzahlung am PoS überzeugt haben. Mittlerweile überzeugen sich jedoch immer mehr Verbraucher davon, wie nahtlos und angenehm der Checkout mit Kreditkarte sein kann.  

“Ein weiterer Trend, der sich vor allem während der letzten Monate hervorgetan hat ist die vermehrte Nutzung von E-Wallets, allen voran PayPal sowie weitere mobile Zahlverfahren, so Caroline Coelsch, Zahlungsexpertin am EHI. Tatsächlich zahlen in Deutschland seit Beginn des Jahres die Hälfte aller Verbraucher, also 50% der aktiven Internetnutzer und Verbraucher, die regelmäßig online bestellen, mit dem E-Wallet PayPal. 

Was bedeutet das für Händler?

Für Händler bedeuten diese Veränderungen, dass sie ihre Zahlungsoptionen offline und online anpassen müssen. Im Besonderen jedoch, dass Händler eine Vielzahl von Zahlungsmöglichkeiten, von Kreditkarte und E-Wallets bis hin zu Rechnungs- und Ratenkauf, anbieten müssen. Dadurch können Händler sicherstellen, dass für jeden Kunden eine ansprechende Zahlungsmöglichkeit vorhanden ist und erhöhen dadurch den Anteil an Kunden, die tatsächlich eine Bestellung in ein und demselben Online-Shop abschließen. Der Händler gestaltet den Kunden dadurch das Einkaufserlebnis so angenehm wie möglich und der Vorgang des eigentlichen Bezahlens verschwindet dabei fast im Hintergrund. 

Durch vermehrte Online-Bestellungen, die mit Kreditkarte beglichen werden, steigt jedoch auch  das Betrugsrisiko. Dabei liegt es vor allem an den Händlern die Daten und Benutzerkonten ihrer Kunden zu schützen, um Betrug oder gar Accountübernahme-Angriffen vorzubeugen. Am einfachsten tun sich Händler, wenn sie in ihrem Online-Shop ein System zur Betrugsprävention integrieren. Diese innovativen, auf künstlicher Intelligenz basierende Systeme, können Datenmengen in Echtzeit überprüfen und nutzen Verhaltensanalysen um Käufer und ihre Einkaufshistorie zu identifizieren. Dabei stützen sie sich auf ein ausgedehntes Netzwerk branchenübergreifender Datenverknüpfungen. Dank dieser innovativen Technologie können Händler Betrug rechtzeitig, meist schon beim Login, erkennen, dadurch Genehmigungsraten erhöhen und ihre Gewinne steigern. 

Wandel ist unaufhaltbar

Die Zahlungslandschaft auf dem deutschen Markt ändert sich rasant. Verbraucher begrüßen einfach zu handhabende Zahlungsmethoden, die ihnen ihr Einkaufserlebnis erleichtern. Dies gilt für Einkäufe in Ladenlokalen, insbesondere jedoch für den Checkout online. Die erhöhte Bereitschaft deutscher Verbraucher im Ladenlokal mit Girokarte zu zahlen wird die Verwendung von Kreditkarten online nachhaltig beeinflussen. 

Händlern steht eine rosige Zukunft bevor, sie sollten sich jedoch auch Gedanken darüber machen, wie sie ihre Online-Shops auf den Wandel vorbereiten können, sodass sie mit den Verbrauchern Schritt halten können. Besonders wichtig für Händler ist es dabei zu verstehen, inwieweit sie ihr System zur Betrugsüberprüfung ergänzen müssen, wie sie ein Team zur manuellen Betrugsüberprüfung unterstützen können und welche Bestellungen sie an einen Drittanbieter zur Überprüfung abgeben wollen. Haben Sie Fragen oder wollen mehr Informationen über eine vollautomatisierte Betrugspräventionslösung erhalten, wenden sie sich bitte an hello@riskified.com.