Wie die Modebranche im Jahr 2020 widerstandsfähig bleibt

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Obwohl Analysten eine Verlangsamung des Wachstums in der Modebranche im Jahr 2020 erwarteten, hätte niemand gedacht, dass sich der weltweite Umsatz dieser Branche um fast 30% verringern würde. Schließungen von Ladenlokalen und veränderte Prioritäten der Verbraucher wirkten sich auf diesen Rückgang aus. Glücklicherweise bietet der E-Commerce einen Rettungsring für Händler, um verlorene Einnahmen wieder reinzuholen. Um jedoch online erfolgreich zu sein, müssen Modehändler ihre digitalen Strategien anpassen, sowie Neukunden, neue Kaufmuster und Vorlieben ihrer Online-Kunden berücksichtigen. 

Unser neuster Mode-Bericht Digitale Belastbarkeit während einer globalen Pandemie erörtert die wichtigsten Trends in der Modebranche und wie Händler diesen begegnen können. Als allererstes müssen Händler ihre Omnichannel-Strategien anpassen sowie ihre Systeme mit neuen Technologien stärken. Der Bericht bietet Einblicke in die Erweiterung von Lieferoptionen, Einführung neuer Zahlungsoptionen, Taktiken zur Nutzung von Online-Marktplätzen, sowie das Branding einer Marke. In diesem Blog werde ich einige der wichtigsten Ergebnisse des Berichts vorstellen. 

Omnichannel-Strategie anpassen

Verbraucher wollen ihre Ware so schnell wie möglich erhalten. Die kontaktlose Lieferung wird ebenfalls immer beliebter, wodurch immer mehr Erfüllungsmethoden zum Standard werden. Buy Online, Pick-Up In Store (BOPIS), also online kaufen und im Ladenlokal abholen, Premium-Versand und Drop-Point-Lieferungen werden immer mehr in Anspruch genommen. Einige dieser Liefermethoden sind jedoch riskanter, als andere. 

Bei Mode der oberen und mittleren Preisklasse ist das Betrugsrisiko bei den Erfüllungsmethoden gleich. BOPIS ist eine der sichereren Optionen, gefolgt vom Premiumversand, welcher ein geringeres Risiko birgt. Es ist wahrscheinlich, dass Drop-Points und Rücksendungen bei Mode der oberen und mittleren Preisklasse am riskantesten sind, da  Händler, die diese Mode vertreiben, meist keine Waren grenzüberschreitend verkaufen.  Stattdessen pflegen sie länderspezifische Websites, die den Bedarf an diesen Dienstleistungen ausschließen. 

Mehrfache Lieferoptionen zu niedrigen Preisen bis kostenlos ist eine weitere Erwartung der Verbraucher, die immer wichtiger wird. Ein kostenloser Versand, der innerhalb von zwei Tagen bei den Kunden eintrifft, wie er zum Beispiel in den USA üblich ist, setzt Modehändler in den DACH-Ländern unter Druck ähnliche Dienstleistungen anzubieten. Infolgedessen bieten einige Luxus-Modemarken einen Premium-Versand ohne zusätzliche Kosten an. Unabhängig davon, ob es sich um das Ergebnis von Änderungen in den Standards der Einzelhändler oder um eine wachsende Beliebtheit handelt, zeigen Riskifieds Daten, dass der Premiumversand bei mehr als 40% der Online-Bestellungen im Bereich Luxus-Mode zum Standard geworden ist. 

Mit steigendem Bestellvolumen nehmen die Betrugsversuchsraten ab: Das Betrugsrisiko für Premium Luxus-Mode Bestellungen ist von Januar 2019 bis Mai 2020 um 33% gesunken, obwohl sie immer noch risikoreicher sind als Bestellungen mit Standardversand. 

Branding einer Marke

Teil des Brandings einer starken Marke ist es, sie weltweit bekannt zu machen. Durch das Schaffen einer Identität, welche einen Wiedererkennungswert hat, kann Ihnen dies den Eintritt  in neue Märkte erleichtern. Eine Erweiterung des Unternehmens über Grenzen hinweg sowie eine Einführung der Marke in neue Märkte birgt jedoch auch neue Betrugsrisiken. 

Viele Händler nutzen immer noch veraltete auf Regeln basierende Systemen, die oft legitime internationale Bestellungen ablehnen, nur weil Rechnungs- und Lieferadressen nicht übereinstimmen. Touristen bestellen zum Beispiel wenn sie auf Reisen sind und lassen sich bestellte Artikel in ihre Hotels liefern. Diese Bestellungen werden mit einer internationalen Kreditkarte aufgegeben, was meist automatisch zu Ablehnungen führt. Zudem werden Weiterversender abgelehnt, da viele Systeme nicht wissen, wie diese Bestellungen einzuordnen sind, obwohl genau diese Dienstleistung von vielen internationalen Kunden genutzt wird.

Riskifieds Erkenntnissen nach sind viele Märkte viel sicherer, als Händler vermuten. Südkorea, Taiwan, China und Japan gehören zu den zehn Ländern mit den höchsten Genehmigungsraten in der Modebranche. China weißt von allen Ländern die höchste Genehmigungsrate für Sneaker-Bestellungen auf und in Asien führt Japan die Genehmigungsraten für Luxus-Mode an.

Verbrauchern vertrauen

Viele Modehändler haben während der Ausgangssperre den Online-Verkauf mit besonderen Aktionen angekurbelt. Bestellungen mit Rabattcodes waren in dieser Zeit zum Beispiel sicherer, als Bestellungen ohne Codes. Riskifieds Daten zeigen, dass bei Bestellungen in den ersten 5 Monaten des Jahres 2020, bei denen kein Rabattcode verwendet wurde, die Betrugsversuchsrate höher lag.  Bei Mode der mittleren Preisklasse war die Betrugsversuchsrate durchschnittlich um das Zweifache, bei Luxus-Mode um das Dreifache und bei Turnschuhen um das 17fache höher.

Rabattcodes sind nicht nur sicherer, sondern führen in der Regel auch zu einem höheren Bestellvolumen und können sogar zu Bestellungen mit höherem Wert führen. Während Rabattcodes in der Regel verwendet werden, um Verbraucher zum Einkaufen zu animieren, geben einige Verbraucher tatsächlich mehr als gewöhnlich aus, um den für den Rabatt erforderlichen Schwellenwert zu erreichen. 

Riskifieds Daten zeigen, dass Modekäufer in den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 1% mehr für Luxus-Mode-Bestellungen und 11% mehr für Modebestellungen der mittleren Preisklasse ausgaben, wenn sie einen Rabattcode verwendeten. Sportschuhe sind hierbei jedoch die Ausnahme – auch wenn Käufer bereit sind, ein zusätzliches Hemd oder Accessoire in ihren Einkaufswagen hinzuzufügen, um die Rabattschwelle zu erreichen, ist das Hinzufügen eines zusätzlichen Paar Schuhe für Verbraucher den Rabatt nicht wert.

Bericht herunterladen

Dies sind nur einige der Erkenntnisse, die in unserem Bericht über Online-Mode im Jahr 2020 enthalten sind. Für weitere Einblicke und Tipps zur Betrugsprävention können Sie hier ein kostenloses Exemplar des vollständigen Berichts herunterladen.